Wohnen in München unbezahlbar?

Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Experten: „Wohnen in München – unbezahlbar?“

Über 300 geladene Gäste kamen am 27. Oktober 2015 zum 12. münchner immobilien fokus in den großen Saal im Literaturhaus am Münchner Salvatorplatz. Die Veranstalter der exklusiven Vortragsreihe, die Aigner Immobilien GmbH, eines der führenden Maklerunternehmen im Großraum München und die auf Immobilienrecht spezialisierte Rechtsanwalts- und Steuerkanzlei Convocat GbR, blicken mit ihrem zweimal im Jahr stattfindenden Event auf eine mittlerweile sechsjährige Erfolgsgeschichte zurück und präsentierten eine hochkarätige Expertenrunde. Moderiert wurde der Abend von Walter Hornauer, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht.

Für eine Überraschung sorgten gleich zu Beginn der Diskussion Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik aus dem Jahr 2012, die klarstellten: Wer in München lebt, kann Münchner Mieten zumeist bezahlen. Maßstab ist die „Mietbelastungsquote“ (Anteil der Mietkosten am Haushaltsnettoeinkommen), die für 98 % aller Münchner Haushalte 23 % beträgt, damit in etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht (22 %) und niedriger liegt als in Düsseldorf (27 %) oder Berlin (28 %). Trotzdem wurde schnell klar, dass die Wohnungssituation aufgrund des starken Zuzugs alles andere ist, als entspannt. Der Neubau ist aufgrund fehlender Flächen stark begrenzt, aufgrund hoher Bodenpreise und Bauvorschriften teuer, was sich für Investoren auf die Renditen auswirkt.

Im geförderten Wohnungsbau kommt die Stadt dem hohen Bedarf nicht nach, denn gerade für junge Familiengründer, Rentner (etwa 50.000 Geringverdiener) fehlt bezahlbarer Wohnraum und der Gesetzgeber hat schon seit langem versäumt, Anreize für Privatinvestoren zu schaffen. Degressive Abschreibung, die sich nur auf die Gebäudekosten auswirkt, wäre aufgrund der hohen Bodenpreise in München ein ungeeignetes Steuerungsinstrument. Ein konkretes Mittel, innerhalb kurzer Zeit den Wohnungsmarkt gezielt zu entspannen, wäre die Maßnahme, als Stadt gezielt neue Baulandflächen auszuweisen, was auch private Grundstücksbesitzer motivieren würde, für den Wohnungsbau zu verkaufen. Im Stadtgebiet gibt es nach wie vor genügend potentielle Grundstücksflächen. Weitere Potentiale lägen in der Nachverdichtung und in der Höhenaufstockung , würden sie nicht durch gesetzliche Vorschriften und Nachbarvorbehalte behindert. In der anschließenden Publikumsdiskussion wurden vor allem die Münchner Mietspiegel-Kriterien, die hohen Bauauflagen als Kostentreiber sowie das Mietrecht kritisiert, alles Faktoren, die als Investitions-Bremse wirken, anstatt Anreize zu schaffen.

(Quelle: http://www.muenchner-immobilien-fokus.de/ )